Kiwiss: Schülerlabor Biotechnikum

Im Labor für Molekularbiologie und Zellkulturtechnik wurde ein Schülerlabor mit dem Schwerpunkt Molekulare Biotechnologie eingerichtet. Es soll den Praxisbezug von Naturwissenschaften direkt erfahrbar machen und durch das Kennen lernen eines Forschungslabors die Begeisterung für ein späteres Studium der Naturwissenschaften wecken. Vermittelt werden praktische Erfahrungen mit moderner Biotechnologie, d.h., die fruchtbare Symbiose aus Molekularbiologie, Zellbiologie, Mikrobiologie und Verfahrenstechnik. Hierin liegt auch die praxisorientierte Kompetenz der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (Studien- und Forschungsschwerpunkt Biotechnologie).

Das Angebot richtet sich in erster Linie an Schüler/-innen der Klassen 11-13.

Ein Kostenbeitrag zur Finanzierung der Verbrauchsmittel wird erhoben.

In kleinen Gruppen (2-er Gruppe pro Arbeitsplatz) soll jeder Teilnehmer selbst experimentieren können. Die Räume und die Ausstattung des Labors für Molekularbiologie und Zellkulturtechnik sind ganz neu (Anfang 2004 fertig gestellt und als S1-Sicherheitslabor genehmigt; siehe Foto). D.h., mit etwa 160 qm Laborfläche gibt es ausreichend modernen Arbeitsplatz für die Durchführung von Experimenten mit einer Schulklasse (max. 20 TeilnehmerInnen).

Inhalte der Praktika

Versuch 1: Leuchtende Bakterien?: Aufreinigung und Analyse eines fluoreszierenden Quallenproteins aus Bakterien

Ein modernes biotechnologisches Produktions- und Aufreinigungsverfahren soll unter Verwendung des grün fluoreszierenden Proteins GFP (aus einer Leuchtqualle) durchgeführt werden. In dem eintägigen Schülerpraktikum (Sekundarstufe II) werden die rekombinanten Bakterien aufgeschlossen und das GFP aus dem bakteriellen Proteingemisch mit Hilfe einer Affinitätschromatographie aufgereinigt. Zur Ein-Schritt-Isolierung trägt das Protein eine kurze Aminosäuresequenz (His6-Tag). Der Reinheitsgrad des Proteins wird schließlich in einer SDS-Gelelektrophorese überprüft. Mit einer UV-Stablampe kann das Protein während des gesamten Aufreinigungsprozesses über die grün leuchtende Fluoreszenz verfolgt werden.

Versuch 2: Toxizitätstest an tierischen Zellkulturen als Ersatz für Tierversuche

Hintergrund des Versuches: Seit 2009 gibt es in der EU keinerlei Tierversuche mehr für Kosmetika, wie dies 2003 von den Abgeordneten des Europäischen Parlaments beschlossen wurde (Kosmetik-Richtlinie). Als moderne Alternative für Tierversuche soll in diesem Experiment die Wirkung von toxischen Lösungen auf in Plastikschalen kultivierte Zellen untersucht werden. Diese Zellen lassen sich unbegrenzt vermehren und werden für die industrielle Produktion von Medikamenten sowie für biologische Testsysteme – wie diesem Toxizitätstest – verwendet.

Gefördert mit Mitteln der Behörde für Wirtschaft und Arbeit, Hamburg http://fhh.hamburg.de/stadt/Aktuell/behoerden/wirtschaft-arbeit/start.html

und aus dem Programm  “KIWISS- Kinder und Wissenschaft” der Körber-Stiftung

Drei Stiftungen, ein Preis: Göttingen wird zur ersten »Stadt der jungen Forscher« gekürt

Kinder und Jugendliche für die Wissenschaften zu begeistern, ist seit Jahren ein gemeinsames Ziel von Körber-Stiftung, Robert Bosch Stiftung und Deutsche Telekom Stiftung. Jetzt loben die drei Stiftungen erstmals einen gemeinsamen, mit 50.000 Euro dotierten Preis aus: »Stadt der jungen Forscher« prämiert und fördert Städte, die sich bereits durch Kooperationen von Schulen und wissenschaftlichen Einrichtungen hervortun und ihr Engagement intensivieren möchten. Zum Auftakt des Programms wird Göttingen zur »Stadt der jungen Forscher 2009« gekürt, weil dort in bemerkenswerter Weise Schüler an Wissenschaft herangeführt werden. Um den Titel 2010 können sich engagierte Städte ab sofort und bis zum 31. Januar 2009 bewerben.

Dem Preis liegt die Überzeugung zugrunde, dass sich da, wo Schüler wie Wissenschaftler arbeiten, das Lernen und Lehren verändert. Denn nur dann, wenn Antworten nicht von vornherein feststehen, entwickeln sich Neugierde und Lust am Lernen. Mit dem Preisgeld sollen deshalb zum einen regionale Projekte an der Schnittstelle von Schule und Wissenschaft gefördert werden; zum anderen soll es der Organisation eines lokalen Festivals dienen, auf dem die »jungen Forscher« ihre Projekte präsentieren. Zeitgleich zu diesem Festival organisieren die Stiftungen in der prämierten Stadt eine bundesweite Fachtagung zum Thema Schule und Wissenschaft. Auf diese Weise soll eine Plattform für Initiativen entstehen, die sich für die Zusammenarbeit von Schulen und Forschungseinrichtungen einsetzen.